Susanne Kessler

20. Mai 2017 bis 10. Juni 2017

Susanne Kessler, 1955 in Wuppertal geboren, studierte 1975-1982 an der Hochschule der Künste, Berlin, und machte 1983 ihren Abschluss am Royal College of Art, London. Seit 1984 lebt sie in Rom und unterhält seit über zehn Jahren auch ein Atelier in Berlin. Arbeitsaufenthalte brachten sie u.a. nach Äthiopien, Guatemala, Mali, Pakistan, Indien und den Iran. All diese Orte haben sichtbar Einfluss genommen und in ihrem Werk Spuren hinterlassen.

 

Während ihres Aufenthalts als Artist-in-Residence im Museum Kunst der Westküste stieß die in Rom und Berlin lebende Künstlerin Susanne Kessler auf eine „Zeichnung“, hinter der sich eine spektakuläre Geschichte verbirgt: Die Odyssee des stählernen Vollschiffs „Susanna“ bei seiner Umsegelung von Kap Hoorn. Unter der Führung des Föhrer Kapitäns Jürgens (1875-1959) geriet der Dreimaster im Winter 1905 auf seiner Fahrt von Port Talbot/England zum Salpeterhafen Iquique/Chile in langanhaltende Stürme um Kap Hoorn. 100 Tage, davon allein 80 Tage lang Sturm mit 10 und mehr Beaufort, kämpfte sich die Mannschaft auf der insgesamt 190 Tage währenden Reise um die Südspitze Amerikas. Die „Susanna“ hält bis heute zwei Rekorde, einen für die mit Abstand längste Kap Hoorn-Umsegelung, den zweiten für die längste Fahrt von Europa nach Nordchile. Die Fahrt gilt als der härteste, brutalste und tapferste Törn in der internationalen Seefahrtgeschichte. Das erhalten gebliebene Logbuch verhilft, die Irrfahrt exakt zu rekonstruieren und zu skizzieren – ein bizarres grafisches Muster, das einerseits die traumatische, monatelange Fahrt für jedermann anschaulich macht, andererseits aus künstlerischer Sicht hoch faszinierend ist.

 

Susanne Kessler arbeitet seit ihrem Aufenthalt auf Föhr, bei dem auch viele Aquarelle, Skizzen und ein Arbeitsbuch entstanden, an einer großen Installation im Außenraum, die auf Föhr das Geschehen dieser „Odyssee“ gleichsam zu neuem Leben erwecken soll. Die Realisierung ist für das Jahr 2018 ab Juli in einer Einzelschau vorgesehen: Susanne Kessler – Odissea. Parallel zu der Außenrauminstallation wird es dabei eine weitere, eigens für das MKdW angefertigte Innenrauminstallation geben – die „Mappa mundo“. Sie wird in der Ausstellung den Kontext erweitern und in Bezug zu historischen Objekten zur Kap-Hoorn-Odyssee gestellt werden. So werden Schiffsporträts der „Susanna“ und Auszüge aus dem Logbuch neben Zeichnungen und Modellen, die Susanne Kesslers Konzept anschaulich machen, zu sehen sein. Ein Katalog wird die Ausstellung und die Außenrauminstallation begleiten.

 

WEITERE ARTIST-IN-RESIDENCE-ZEITEN VON SUSANNE KESSLER IM MKDW

10. Mai 2016 bis 6. Juni 2016