Historisches Gebäude Marschweg 2

Ein altes Haus erwacht zu neuem Leben!

Zwischen dem MKdW-Hauptgebäude und der Ferring Stiftung nahe der Hauptstraße, fügt sich die neue Heimat der MKdW-Kunstvermittlung als Teil des historischen Gebäudebestands in die Dorfmitte Alkersums ein. Die umfassende und nach neuesten Standards ausgeführte Sanierung schreibt die reiche Geschichte des Hauses fort. Mit rotem Ziegelmauerwerk, Reetdach und weißgestrichenen Sprossenfenstern und Türen beschränkt sich das Gebäude auf einen reinen Wohntrakt und folgt dabei nicht dem „klassischen“ uthlandfriesischen Bautypus.

 

 

Später wurde ein rückwärtiger Scheunenbereich mit eigenem Dachstuhl angebaut. Die Bauherren, Jens Petersen (1847–1899) und seine Ehefrau Ida Friederika Arfsten (1844–1902), lebten hier mit sechs Kindern – von denen mehrere, wie so viele Föhrer, in die USA auswanderten. Die Tochter Gerhardine Louise (1871–1933) erbte das Haus und lebte dort mit ihrem Ehemann, dem Kapitän Gerret Jansen Rörden (1868–1940), und ihren sieben Kindern. Später wiederum bewohnte das Haus deren jüngste Tochter, Irma Rörden (1913–2009) mit ihrem Ehemann John Marius Hinrichsen (1910­–1944). Nachdem er im Zweiten Weltkrieg als Soldat fiel, zog Irma die 1937 geborene Tochter Gerdine Luise allein groß. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt in den 1950er-Jahren mit der Leitung einer Bäckereifiliale sowie einer Poststelle im Haus. Zuletzt nutzte eine Künstlerin die Räume am Marschweg 2 als Wohn- und Arbeitsort.

 

Die Familie Rörden mit Knecht und Dienstmädchen vor dem Haus, um 1900

Familie Rörden mit Knecht (links) und Dienstmädchen (rechts) vor dem Haus, um 1900

 

Die Wiedereröffnung

2024 wurde das geschichtsträchtige Haus als Teil des MKdW wiedereröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Obergeschoss ist privater Dauerwohnraum entstanden. Im Erdgeschoss findet die Kunstvermittlung des MKdW in renovierten und bedarfsgerecht eingerichteten Räumen reichlich Platz für frische Kreativität und Fantasie. Der vordere Wohntrakt wurde zur neuen lichtdurchfluteten Kunstwerkstatt, der ehemalige Scheunenteil zu einem multifunktionalen Raum für Kunst und neue Experimente.

 

Das Angebot der Kunstvermittlung umfasst interaktive Workshops und Vermittlungsformate, die die Themen der Ausstellungen aufgreifen und vertiefen. Alle Altersstufen werden angesprochen.

 

Workshop für Kinder an der Staffelei

Workshop in der neuen Kunstwerkstatt

 

Die Kunstvermittlung baut auf den Erfahrungsschatz des beliebten „Blauraums“, später des „Hyggeraums“ auf. Als neues, experimentelles Element kommt im Jahr 2025 Lego hinzu. Originalskulpturen und eigens für das MKdW angefertigte Bilder der zertifizierten Lego-Künstler Rene Hoffmeister (Deutschland) und Nathan Sawaya (U.S.A.) zeigen die schier unendlichen Möglichkeiten der kleinen Steine auf und regen die Fantasie an, selbst tätig zu werden. Ein großformatiges Wandgemälde, das die junge Illustratorin Amelie Paintner für den Raum entworfen und umgesetzt hat, bebildert auf träumerische Art die Lebensräume der dargestellten Meeres- und Küstenbewohner.

 

Wandbild und Lego-Tiere

Lego-Skulpturen von Nathan Sawaya, im Hintergrund: Wandbild von Amelie Paintner

 

Haus im Marschweg 2