Tessa Verder

24. März 2019 bis 13. April 2019

Die niederländische Künstlerin Tessa Verder lebt seit 2006 in Berlin. Geboren 1967 in Vleuten, Niederlande, absolvierte sie ein Studium an der Hochschule für Fotografie, Haarlem, NL, 1989–1992, sowie an der Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam, NL, 1993–1995. Im vergangenen Jahr, 2018, erschien ihr Katalog "Tessa Verder. Breeze of Light" und wir luden sie zu einem Residency hier auf Föhr ein. Das Frühjahr und den Herbst wollte Tessa Verder auf Föhr erleben und wir teilten den Aufenthalt, gaben ihrem Ansinnen gern nach.

 

Die Mittel der Fotografie sind Tessa Verders Grundlage. Ihre Leidenschaft gehört den gemalten Landschaften - See-, Meer- und Berglandschaften - der Kunstgeschichte von der Renaissance bis zu Moderne ebenso wie den diesen entsprechenden realen Landschaften Europas. So entsteht aus dem Studium der Originale, den Fotografien der Landschaften und den auf Reisen in die Natur in ihrem Kopf sich kumulierenden Bildern Neues. Im Berliner Studio generiert sie am Computer jene geradezu überreal und überzeitlich wirkenden virtuosen Verschmelzungen, gemacht aus ihrem eigenem fotografierten Bildrepertoire und dem bereits Existierenden aus der Welt der Kunstgeschichte.

 

"Ein Teil des Reizes ihres Werks entsteht durch die Spannung zwischen Malerei und Fotografie, durch die unterschiedliche Sprache ihrer Oberflächen. Die Arbeit wirkt einerseits äußerst real und gleichzeitig irreal, so als würde ihre Echtheit bis an die Grenze des Glaubwürdigen ausgereizt. [...] Da diese Orte, die in der Imagination der Künstlerin entstanden sind, so nicht auf unserem Planeten existieren, muss sie sie eben erschaffen." (Jurian Bentschoop, Becoming Nature, in: Tessa Verder. Breeze of Light, 2018)

 

Mit dem Aufenthalt auf Föhr dürfen wir gespannt sein, was für Welten Tessa Verder jetzt erschaffen wird. Werden wir erkennen können, dass genau diese Bucht, dieser Strand, dieser Strauch auf Föhr aufgenommen wurde? Werden wir wissen, dasss hier zu einem Teil ein Werk aus unserer Sammlung mit "verarbeitet" wurde? Denn mit großer Begeisterung hat die Künstlerin zum einen unsere Sammlung im Depot studiert, viele der Werke von der Romantik bis zur Klassischen Moderne unmittelbar in Anschauung nehmen können - um dann zum anderen hier auf Föhr und Amrum mit ihrer Kamera auszuschweifen. Viele Landschaftsausschnitte in den Bildern unserer Sammlung sind genauso hier vorzufinden. Mit vielen "Skizzen" im Kopf ist sie nach ihrem ersten Aufenthalt nun zunächst nach Berlin zurückgekehrt. Im Herbst 2019 wird sie wiederkommen ... mal sehen, ob schon etwas entstanden ist, mal sehen, was im Herbstlicht und -wetter dann passiert, mal sehen, ob es schon ein Werk "Made on Föhr" dann gibt und weiteres hinzukommen darf.